Fan-Verarsche mit der Wacken-Card

Wir haben ja schon häufiger kritisiert, dass die Wacken-Veranstalter inzwischen auf allen möglichen Müll und Tand wahllos ihre Logos und Schriftzüge drucken lassen, um der schwindenden Fangemeinde (ich meine echte Fans, nicht den zunehmenden Anteil asozialer Party- und Sauftouristen ohne Szene-Hintergrund) noch mehr Euros aus den Taschen zu ziehen oder zusätzliche Einnahmen aus Lizenzgebühren zu generieren. Ende Juli beglückte die Wacken-Orga die Fans daher mit einem weiteren überflüssigen Angebot: der Wacken-Card. Dabei handelt es sich um eine popelige Prepaid-Kreditkarte von MasterCard, welche lediglich mit einem Wacken-Design gebrandet wurde und zusammen mit der Landsparkasse Schenefeld herausgegeben wird. Eine angebliche Limitierung auf 2.500 Exemplare in 2008 soll den Mist wohl besonders reizvoll erscheinen lassen.

Wie bei den meisten Prepaid-Angeboten üblich, sind die Gebühren der Wacken-Card hoch und die Zinsen für Guthaben hingegen niedrig. Die Wacken-Veranstalter werden diese Karte sicher auch nicht aus Nächstenliebe zu den Besuchern ab 14 Jahren gestaltet haben, sondern weil sie für jede ausgegebene Karte sowie ggf. auf die Umsätze Provisionen erhalten dürften. Das ist eine so totale Kommerzialisierung und Verwurstung des W:O:A, dass dagegen selbst die BRAVO schon fast alternativ wirkt.

Wir haben auch schon den passenden Vorschlag fürs W:O:A 2009: Wie wäre es mit gebrandeten Angeboten für Riester- und Rürup-Renten oder die private Krankenversicherung? Angesichts der zu erwartenden Massen an Asis, Ärschen und verkappten Mallorca-Touristen im nächsten Jahr wäre aber vielleicht auch eine Unfall-, Berufsunfähigkeits- oder noch besser eine Lebensversicherung das passende Angebot.

Na, wie wär’s?

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