Noch ein Erfahrungsbericht vom Wacken Open Air 2007
Es dürfte mittlerweile hinlänglich bekannt sein, dass man auf Grund des katastrophalen Zustands des Geländes dieses Jahr in Wacken nicht am Auto campen konnte und die Metalheads daher ihren Kram aus den oft bis unters Dach beladenen Autos mühsam zum Campground schleppen mußten. Hier ein Erfahrungsbericht, wie die Ordnungskräfte des Wacken Open Air wohl teilweise mit dieser Situation umgingen:
Nachdem wir die erste Fuhre Gepäck zum Zeltplatz F getragen hatten lief ein Ordner an uns vorbei und guckte uns teilnahmslos an. Erst als wir soweit waren, das große Rundzelt (4m Durchmesser) aufzustellen kam er langsam zu uns und brüllte uns unumwunden an: “Ihr habt hier nichts verloren! Geht gefälligst wo anders hin mit eurem Zelt!” auf unsere Frage wohin denn und warum das notwendig sei, “Hier ist für 150 Personen reserviert! Wohin ihr geht ist mir doch scheiß egal!”, dass wir auf seine Aussagen, die uns mit geschätzten 90Dezibell um die Ohren flogen auch noch Widerworte gaben, hatten wir es uns mit ihm ganz verscherzt. Der Reservierte Campingplatz war auf den Plänen nämlich mit “R” gekennzeichnet worden und schon größtenteils besetzt. Als dann die ersten derben Beleidigungen fielen, wie “Halt die Schnauze du Arschloch” blieb unser Sprecher immer noch ruhig und erklärte dem Ordner noch einmal alles sachlich. Der Hinweis auf einen möglichen Herzinfarkt, den er vielleicht erleiden würde, wenn er sich nicht langsam in den Griff bekäme, war ihm recht egal und so schrie er uns weiter an.
Schlussendlich gaben wir auf und bauten in der Nähe zu F auf R unsere Zelte und den Pavillion auf. Dabei konnten wir gespannt beobachten wie nach einer Stunde Schreierei ein Metaller so wütenden war, dass er fluchend, Geiferspeiend und keifend von 3 seiner Kollegen festgehalten werden musste um nicht seine Drohungen wahr zu machen. (Im Endeffekt glaube ich, hat man den Ordner doch noch begraben müssen. Ich sah ihn zumindest nicht mehr in den folgenden Tagen).
Na, das klingt doch mal nett und sympathisch, oder? Aber die Wackener stehen ja alle sooo sehr hinter dem Festival und helfen gerne freiwillig und freundlich mit für die Verständigung der Kulturen á la Full Metal Village. Hach ja, was muss das toll sein, wenn man sich so sehr in die eigene Tasche lügen kann. Offenbar ein genauso verlogenes Geheuchel wie der Slogan “Von Fans für Fans”, den die Veranstalter immer wieder bemühen. Sollen sie doch einfach ehrlich sein und Danke sagen, dass wir ihnen die verschrumpelten, bigotten Ärsche finanzieren. Auf die falsche Freundlichkeit, die vorrangig aus den unzähligen Euros resultiert, die wir in dieses Kuhdorf tragen, kann man dann auch gerne verzichten.
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